Auf den Weg machen: Wie der Mittelstand ESG selbst in die Hand nehmen kann.

Die drei Buchstaben E – S – G sind aller Munde. Bei einer im April veröffentlichten Befragung gaben zuletzt 80% der befragten Mittelständler an, dass das Thema Nachhaltigkeit entscheidend für ihre Zukunftsfähigkeit sei. Gleichzeitig gab nur ein Drittel der Befragten an, eine konkrete Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln[1].

Mittelständler messen ESG zwar oft eine augenscheinliche Wichtigkeit zu, wiegen sich dann allerdings in der Sicherheit selbst wirtschaftlich autonom genug zu handeln, messen dem Thema damit keine tatsächliche Relevanz zu und kommen zu selten ins Handeln. Diese Vorstellung ist fatal.

Wenn Sie heute keine Standards setzen, machen es morgen ihre Kunden, Lieferanten oder Wettbewerber.

 Jedes Unternehmen ist im wirtschaftlichen Gesamtkontext zwangsläufig Teil einer größeren Lieferkette und damit direkt oder indirekt an ESG Vorgaben anderer Stakeholder gebunden.

Die Zeit drängt – machen Sie sich mit dem Thema vertraut und fangen Sie an!

Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff ESG?

ESG (Environmental, Social, Governance) steht für die Bereiche der Umwelt, Soziales und Unternehmensführung in einem Unternehmen. Wie in der Grafik zu erkennen, untergliedern sich diese drei Themenbereiche wiederum in einzelne Aspekte, zu welchen Unternehmen individuelle Ziele und Maßnahmen entwickeln müssen[2].

ESG steht dabei allerdings für viel mehr. Es steht für eine langfristige Transformation des wirtschaftlichen Handelns. Europa soll bis 2050 als erster Kontinent klimaneutral werden, so die Europäische Kommission. Mit ihrem „Green Deal“ wurde die Bedeutung von Nachhaltigkeit auf politischer Ebene verankert. Gleichzeitig steigt ESG zu einem der Top-Themen der Wirtschaftswelt auf. Dies wird zur Folge haben, dass künftig Geschäftsmodelle und Finanzierungsstrukturen an ein neues Rahmenwerk angepasst werden müssen.

Beispiele für den Einsatz von ESG Maßnahmen sind vielfältig. So fokussieren sich viele Punkte im „Green Deal“ von staatlicher Seite auf die Finanzierung und Vergabekriterien von Krediten an Unternehmen, während manche Unternehmen mit Maßnahmen auf die Gewinnung neuer und anspruchsvoller Talente hoffen.

Best Practice: Starbucks

Ein gutes und für die meisten überraschendes Beispiel für die Verbesserung des Geschäftserfolgs durch ESG lieferte die amerikanische Franchise-Kette Starbucks. Diese hatte nach dem Markteintritt in China zunächst mit mäßigem Wachstum, gemessen an der Anzahl der Franchisenehmer, zu kämpfen.

Den Schlüssel zum Erfolg lieferte eine Maßnahme im Bereich Governance: die Schaffung des Zuganges zur Krankenversicherung für die Eltern von Angestellten. Dieser Schritt führte zu einem explodierenden Wachstum und über 2.000 Filialen in einem der größten globalen Wachstumsmärkte[3].

Die Zeit ist reif – nehmen Sie ESG in die Hand!

Schon jetzt befinden wir uns in einem gesamtwirtschaftlichen Transformationsprozess, den Sie aktiv mitgestalten können und sollten. Jedes Unternehmen ist langfristig den Einflüssen von ESG ausgesetzt. Praxistipp: Beziehen Sie dabei auch das Wissen und die Erfahrungen Ihrer Mitarbeiter ein – so stellen Sie sicher, dass alle Facetten Ihres Unternehmens berücksichtigt und beteiligt werden.

Bedenken Sie zugleich die Hebelwirkung: viele kleine Veränderungen heute führen morgen zu großer Wirkung.

Unsere Empfehlung an Sie:

Definieren Sie jetzt Ihre ersten Ziele, um den Herausforderungen erfolgreich – sowohl kurz- als auch langfristig – entgegnen zu können.

Wollen Sie mehr über die Auswirkungen von ESG auf Ihr Unternehmen und das Geschäftsmodell erfahren? Unsere Experten stehen Ihnen jederzeit zur Seite.


[1] Studie: Drittel der Mittelständler hat Nachhaltigkeitsstrategie (handelsblatt.com)

[2] ESG-Kriterien • Definition | Gabler Wirtschaftslexikon

[3] Strong ESG Practices Can Benefit Companies and Investors: Here’s How | Nasdaq

PEBCO AG precise.consulting

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